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Zum Sieger geboren. Der Einfluss der Genetik im Sport!

Genetik im Sport

Welchen Einfluss hat die Genetik im Sport?

„Ich habe eben die schlechten Gene meiner Eltern und kann darum nur schwer Abnehmen“ oder „Seit Jahren versuche ich Muskeln aufzubauen und es funktioniert
nicht – müssen wohl meine Gene sein“ sind alltägliche Sätze im Büro, am Stammtisch oder überall sonst, wo Menschen eine Ausrede für ihren schlechten
Fitnesszustand suchen. Aber was steckt wirklich dahinter? Welchen Einfluss hat die Genetik im Sport bzw. auf unsere Fitness und wie können wir das beeinflussen? Fragen, die sich mittlerweile zum Teil beantworten lassen.

Erforschung der Genetik

Schon seit Jahrzehnten befassen sich Forscher mit dem geheimen Code des Lebens. Lange konnte man nur erahnen in welcher Form und wie stark unsere Gene das alltägliche Leben beeinflussen.

Ein erster Durchbruch in der Genforschung gelang James D. Watson und Francis Crick im Jahr 1953 mit der Aufdeckung der Doppelhelixstruktur der DNA mittels Röntgenstrahlung. Viele weitere Jahrzehnte der Forschung wurden benötigt, um ein Grundlegendes Verständnis über den Mechanismus der DNA und des menschlichen Genoms zu entwickeln. Mit zunehmendem Verständnis über Funktion und Struktur entstanden immer weitere Techniken, um die Gene eines Individuums zu lesen oder mittlerweile sogar zu verändern oder zu beeinflussen. Was klingt wie Science-Fiction, ist für heutige Gentechniker eine greifbare Theorie oder zum Teil bereits Alltag. (reviewed in Wackerhage 2014)

Einfluss der Genetik

Fragen, wie sie bereits gestellt wurden, waren auch im Interesse von einigen Biologen, welche diese mit verschiedenen Ansätzen versuchten zu beantworten. Eine etablierte Variante zur Erforschung des Einflusses von Genen auf unser Leben stellt die Zwillingsforschung dar.

Durch das Erheben von fitnessrelevanten Daten bei eineiigen und zweieiigen Zwillingen, kann der Einfluss der Gene auf unseren Fitnesszustand berechnet werden. So konnten Forscher zeigen, dass der genetische Einfluss auf unsere Kraft bei ungefähr 60% liegt. Dies bedeutet, dass wir durch äussere Einflüsse wie Ernährung, Training, Arbeit usw. nur gerade 40% beeinflussen können. (Silventoinen et al. 2008) Auch die Trainierbarkeit der maximalen Sauerstoffverwertung (VO2 max), also die Fähigkeit einer Person, seine Ausdauer zu verbessern, wird ungefähr zur Hälfte durch unsere Gene bestimmt. (Bouchard et al. 1999) Die andere Hälfte dagegen ist zum grössten Teil durch Ausdauertraining beeinflussbar. (Wackerhage 2014) Ob Sie also jemals eine Chance hatten, es ins Nationalkader der Schweizer Langläufer zu schaffen, wurde wahrscheinlich bereits lange vor Ihrer Geburt entschieden.

Ob diese Zahlen nun hoch oder tief einzustufen sind, liegt im Auge des Betrachters. Mit Sicherheit zeigen diese Resultate jedoch, dass es somit wenig Sinn macht, sich mit anderen zu vergleichen. Auf Ihre Gene haben Sie nämlich (zumindest momentan) noch keinen Einfluss. Was Sie jedoch aus den verbliebenen 40% bzw. 50% herausholen, liegt zum grössten Teil bei Ihnen. Das Glas ist also halbvoll oder halbleer. Wie Sie es bezeichnen möchten ist allein Ihre Entscheidung.

Quellenverzeichnis: